Unsere Unternehmensphilosophie

Am Anfang war das Wort1, aber zuerst wohl ein Gedanke, der das Wort als eigenschafts- und funktionsbehaftetes multirelationales Objekt nach definierten Regeln der Kommunikation mit den anderen formte. Eine schöpferisch offene Menge solcher Objekte mitsamt dem objektorientierten Kommunikationsprotokoll kann demnach Sprache genannt werden. Das Wort machte uns zu Menschen, sicherte das Überleben. Das Wort wurde zur Inhaltshülse und zum Werkzeug, Gedanken zu übertragen. Der Gedanke beschreibt die reale Wahrnehmung, die ausgehend von den gesammelten Erfahrungen des Individuums naturgemäß subjektiv ist. Der Gedanke beschreibt auch die Subjektivität selbst. Das Wort der realen Wahrnehmung ist nur subjektiv eindeutig, das des Gefühls mehrdeutig und selten dem Gefühl völlig äquivalent, da es sekundärer Natur ist, da das persönliche Empfinden auf eine Menge allgemein abgestimmter und anerkannter Begriffe abgebildet wird, die nur selten die Tiefe des konkreten Empfindens widerspiegeln. Meistens scheinen sie nicht tief genug, eben zu flach zu sein. Jedes dieser Kommunikationsprotokolle mit den zugehörigen Objekten entwickelte bestimmte Eigenheiten, die durch ihre Ausdrucksweise auch die diese Sprache anwendenden Individuen prägten - Riten, Kulturen entstanden-. So wurde wohl auch ein Gefühl der Zusammengehörigkeit geboren; so entstanden das Wir und das Sie, die anderen. In jeder Sprache entwickelten sich Werte- und Vergleichssysteme. Mit Anwachsen der Gesamtpopulation trafen die Werte- und Vergleichssysteme aufeinander, konkurrierten miteinander, interagierten aber auch. Das Bessere oder vermeintlich Bessere wurde von den anderen übernommen, weil das Gefühl eine bessere Approximation des Gedankens bescheinigte. Es ging sogar so weit, dass die Ablehnung des Eigenen wegen des Fremden einsetzte. Gegen solch einen Fremdeinfluß wehrten sich dann die Sprachen. So schrieb der polnische Dichter M. Rej (1505-1569) Mögen all die Völker wissen, dass die Polen keine Gänse sind, die eigene Sprache nicht missen. Die modernen Sprachen bewahrten lediglich einen Bruchteil der Ursprünglichkeit und sind miteinander verflochten, manchmal auf skurrile Art und Weise.
Ein Mensch, der zwei Sprachen beherrscht, bewegt sich in zwei geschlossenen Sprachwelten, ohne die eine oder die andere zu verlassen und er ist auch die Quelle für Gedanken, die er artikuliert. Er agiert zwar, zugegeben womöglich sogar sicher in der jeweiligen Sprache, ist aber meistens überfordert, Brücken für fremde Gedanken zwischen den Sprachen zu bauen. Er kann durchaus zum Sprachmittler werden. Ein Sprachmittler lebt in mindestens zwei solchen Wertsystemwelten und vergleicht diese miteinander, indem er das formelle Werkzeug für die Übertragung der Begriffe beherrscht, das nötige Wissen aufweist und den fremden Gedanken erkennen kann. Er muss die Sprachquelle empathisch erfassen, um sich in der anderen Sprachenwelt zu entfalten. Der Sprachmittler beschäftigt sich hauptberuflich damit, zwei oder mehrere Sprachwelten inhaltlich zueinander zu stellen. Es wird allerdings schwierig, wenn den Inhaltshülsen der Inhalt fehlt und eine Rede zur Hülsendresche verkommt. In einem Fremdsprachenunternehmen kann das für eine Übersetzung nötige Fachwissen als die Summe des Wissens aller Mitarbeiter gefasst werden. Bei einem Dolmetschereinsatz kommt es allerdings auf den Wissensschatz des einzelnen an. Aus dieser Überlegung heraus resultiert unsere Unternehmensphilosophie. Wir erstellen Profile von unseren Mitarbeitern, um dann die so ausgewählten Sprachmittler einzusetzen.

Frankfurt (Oder), Juni 2005
Dipl.-Ing. R. Pacak

1Johannes 1,1-2