Apostille
unter dem Begriff Apostille wird ein vereinfachtes Bestätigungsverfahren für die Echtheit einer Urkunde verstanden. Eine Apostille wird durch eine Behörde des ausstellenden Staates vergeben. Ob diese Echtheitsbestätigung ausreichend ist, hängt davon ab, ob dieser Staat zu den Vertragsstaaten des Haager Übereinkommens zur Befreiung ausländischer öffentlicher Urkunden von der Legalisation vom 5. Oktober 1961 (BGBl. 1965 II, S. 876 mit späteren Änderungen) zählt. In Brandenburg wird die Apostille vom zuständigen Landgerichtspräsidenten für Urkunden aus dem Justizbereich oder für sonstige Urkunden von der Beglaubigungsstelle im Ministerium des Innern in Potsdam kostenpflichtig erteilt. Die brandenburger Landgerichtspräsidenten sind bei den Landgerichten in Frankfurt (Oder), Cottbus, Neuruppin, Potsdam erreichbar.
Beglaubigung
Unter der Beglaubigung wird eine besondere Bestätigung für die Echtheit oder für den Beweiswert einer ausgestellten Urkunde verstanden. Eine Beglaubigung kann durch eine Apostille oder im Wege der Legalisation erteilt werden.
Beglaubigungsstelle im Ministerium des Innern in Potsdam
Die Beglaubigungsstelle im Ministerium des Innern in Potsdam beglaubigt alle brandenburgischen, für die Verwendung im Ausland vorgesehenen, öffentlichen Urkunden, außer Urkunden aus dem Justizbereich (z. B. Gerichtsurteile, notarielle Urkunden). Nähere Auskünfte zum Leistungsumfang erteilt die Beglaubigungsstelle.
Die Beglaubigung kann persönlich beantragt werden im:
Ministerium des Innern des Landes Brandenburg
14467 Potsdam
Henning-von-Tresckow-Straße 9-13
Haus K
Telefon: 0331 866-2219
Sprechzeit: täglich – außer mittwochs – von 08:00 bis 11:00 Uhr. Die Beglaubigung wird dann sofort vorgenommen.

Die Beglaubigung kann auch per Post beantragt werden, indem die zu beglaubigenden Urkunden unter Angabe des Zielstaates für die Beglaubigung an die folgende Adresse gesendet werden:
Ministerium des Innern des Landes Brandenburg
Referat 21
Postfach 601165
14411 Potsdam

Rückfragen in deutscher Sprache können an die Beglaubigungsstelle auch per E-Mail an:
poststelle@mi.brandenburg.de
gestellt werden.
Legalisation
Die Legalisation ist das "große" Verfahren für die Feststellung der Echtheit einer Urkunde. Ausländische Urkunden werden durch die deutschen, diplomatischen Vertretungen (Botschaften) im entsprechenden Staat legalisiert, d. h. die Echtheit bestätigt. Eine Legalisierung eines Dokuments im Ausland kann grundsätzlich abgelehnt werden, wenn in dem jeweiligen Land zu viele Fälschungen festgestellt wurden. Dann bleibt nur die Möglichkeit der Einzelprüfung durch die deutsche Auslandsvertretung auf Ersuchen einer deutschen Behörde übrig. In umgekehrte Richtung werden die deutschen Urkunden durch die diplomatischen Vertretungen (Botschaften) des entsprechenden Staates, zum Teil nach der Beglaubigung durch die deutschen Behörden, legalisiert. Teilweise wird eine Endbeglaubigung durch das Bundesverwaltungsamt verlangt. Eine entsprechende Auskunft erteilt die Botschaft des Empfängerstaates in Deutschland.
Urkunde
Unter Urkunde wird eine verkörperte Erklärung verstanden, die zum Beweis im Rechtsverkehr geeignet und bestimmt ist und den Aussteller erkennen lässt. Zivilrechtlich wird zwischen öffentlichen und privaten Urkunden unterschieden. Öffentliche Urkunden werden von Ämtern und Behörden oder Personen des öffentlichen Vertrauens (z. B. Notar) ausgestellt. Privaturkunden werden von sonstigen Personen ausgestellt, die nicht zum Kreise der Personen des öffentlichen Vertrauens gehören. Als Beispiele von Privaturkunden mögen hier schriftliche Kaufverträge, Schecks und Wechsel oder auch eigenhändige Testamente genannt werden. Mit den Begriffen Beglaubigung, Apostille und Legalisation werden Sie konfrontiert, wenn Urkunden bei ausländischen Behörden vorgelegt oder ausländische Urkunden in Deutschland verwendet werden sollen. Nun, jedes Mal kommt es auf die Echtheit der Urkunde an. Jede Behörde will sicher sein, dass die bei ihr vorgelegte Urkunde echt ist. Daher muss eine Urkunde beglaubigt, d. h. die Echtheit bestätigt werden. In diesem Zusammenhang wird es zwischen zwei Begriffen für die Beglaubigung unterschieden: Apostille und Legalisierung (Legalisation).
Übersetzung, beglaubigte
Um eine Urkunde in das Rechtssystem eines Zielstaates einzuführen, muss diese noch in die oder aus der entsprechenden Sprache übersetzt werden. Das ist die Stelle, an der Sie mit unserer Firma in Kontakt kommen.
Soll die zu übersetzende Urkunde im Ausland verwendet werden, ist diese bereits nach deutschem Recht beglaubigt, beispielsweise von der Beglaubigungsstelle im Ministerium des Innern in Potsdam. Über den Umfang der notwendigen deutschen Beglaubigung informiert die konsularische Vertretung (Botschaft) des Zielstaates in Deutschland.
Soll eine ausländische Urkunde in Deutschland verwendet werden, ist diese bereits nach ausländischem Recht oder von der deutschen Auslandsvertretung in dem Herkunftsland der Urkunde, beglaubigt.
Solch eine Urkunde kann bei uns übersetzt werden. Um die Kette der Echtheitsprüfung nicht zu unterbrechen, nehmen wir für die Anfertigung einer Übersetzung ausschließlich Orginaldokumente oder vom Notar beglaubigte Kopien an.
Die Übersetzung wird sodann von einem allgemein beeidigten, d.h. staatlich geprüften und zugelassenen Übersetzer angefertigt. Die Richtigkeit und Übereinstimmung der Übersetzung mit der Vorlage bestätigt der Übersetzer mit seinem namentlichen Stempel/Siegel. Diese beglaubigte Übersetzung kann sodann an Stelle des Originaldokuments treten und kann in das Rechtssystem des Zielstaates eingeführt werden. Über die Einführung einer Urkunde in das jeweilige Rechtssystem entscheidet dann der zuständige Beamte.
letzte Aktualisierung: 6. Juni 2012
R. Pacak